Greenpeace fordert, weltweit 40 Prozent der Meere

96% unserer Weltmeere sind bereits vom Menschen beeinträchtigt, über 40% bereits Schwer. Dies ist das Ergebnis einer globalen Karte, die die Auswirkungen von 17 verschiedenen menschlichen Aktivitäten auf die marinen Ökosysteme darstellt.
Laut englischer Medien hat ein internationales Wissenschaftlerteam einer Karte der Erde erstellt
, auf der die Auswirkungen unserer Aktivitäten auf die Ozeane detailliert abgebildet werden.
Die Forscher haben die Weltmeere in quadratkilometergroße Abschnitte unterteilt und haben dort untersucht, wie 17 verschiedene menschliche Aktivitäten die marine Umwelt beeinflussen. Hierzu zählten Faktoren wie Fischerei, Ausbau der Küsten, Nährstoffeintrag und Verschmutzung durch den Schiffsverkehr. Für jeden Abschnitt kalkulierten die Wissenschaftler dann die Summe der Gefährdungen, indem sie die Einzelkarten der Aktivitäten übereinander legten.
Ein erschreckendes Ergebnis kam dabei zu Tage: Fischerei, Klimawandel und Verschmutzung betreffen alle Weltmeere. Es gibt kaum noch Gebiete, die dieses nicht betrifft. Über 40 Prozent der Ozeane sind bereits stark durch die Einflüsse der Menschen beeinträchtigt. Nur die arktischen und antarktischen Regionen sind relativ unberührt. Durch das Abschmelzen der Eismassen auf Grund des Klimawandels sind diese aber ebenso bedroht bedroht. Dieser Faktor zählt neben der Überfischung zu den größten Gefahren mariner Lebensräume.
Diese Karte ist laut Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace ein eindeutiges Warnsignal. Zum ersten Mal wird das ganze Ausmaß der Gefährdungen aufgezeigt. Viele Studien in der Vergangenheit haben lediglich die Auswirkungen einzelner Aktivitäten gezeigt. Auf dieser Karte jedoch gibt ein umfassendes Bild der Bedrohung der Meere durch die Menschen.
Zu den am stärksten beeinflussten und somit gefärdeten Gewässern zählen unter anderem die Nordsee, das Mittelmeer, das Rote Meer, die Beringsee und große Teile des westlichen Pazifiks. Fast die Hälfte der weltweiten Korallenriffe sind schwer geschädigt, berichten die Wissenschaftler. Seegraswiesen, Mangrovenwälder, Felsenriffe und küstennahe Meeresböden sind ebenso betroffen.
Es überrascht nicht, dass Gebiete wie die Nordsee zu den am stärksten ausgebeuteten und verschmutzten Meeren gehören, sagt Iris Menn. Die Belastungen, denen unsere Meere ausgesetzt sind, müssen wir begegnen, indem wir großflächige, unbeeinflusste Schutzräume einrichten.
Greenpeace fordert, weltweit 40 Prozent der Meere unter Schutz zu stellen. Denn nur so kann man sicherstellen, dass sich Lebensräume und Meeresbewohner von den zerstörerischen Aktivitäten wieder erholen können.

Mit gutem Beispiel vorangegangen ist bereits Der kleine Inselstaat Kiribati im Südpazifik ist mit gutem Beispiel vorangegangen und hat kürzlich das weltweit größte Meeresschutzgebiet ausgerufen. Auf einer Fläche von der Größe Kaliforniens wird einer der letzten intakten Korallen-Archipele der Erde geschützt. Das Gebiet beherbergt mehr als 120 Korallen- und 520 Fischarten und ist eines der bedeutendsten Seevogel-Brutgebiete im Pazifik.

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